Die Schmerzen der Patienten noch stärker in den Blick genommen

Die Marienhauskliniken Wadern-Losheim starteten ihre Projektreihe Pflege mit dem Thema Schmerzbekämpfung

18.11.2016

„Haben Sie Schmerzen? Wie stark sind Ihre Schmerzen?“, diese Fragen stellen die Pflegekräfte der Marienhauskliniken Wadern-Losheim mehrmals täglich, wenn sie zu den Patienten in die Zimmer gehen. Schon bei der stationären Aufnahme erhalten die Patienten eine Schmerzskala, die ihnen hilft, die Stärke ihrer Schmerzen zu beschreiben, und einen Flyer, in dem sie über das Schmerzmanagement informiert werden. „Die meisten Patienten im Krankenhaus leiden unter Schmerzen“, so die stellvertretende Pflegedirektorin Ilona Schlachter-Seimetz. „Deshalb lag es nahe, dass wir das Thema Schmerzmanagement für unser erstes Pflegeprojekt im Oktober ausgewählt haben.“ Vorbereitet und organisiert wurde das Projekt von der AG Pain Nurse. In dieser Arbeitsgruppe ist jede Station der Marienhauskliniken mit einer Pflegekraft vertreten. Sie alle haben die Weiterbildung zur Pain Nurse absolviert und sind damit besonders für den Umgang mit Schmerzpatienten qualifiziert.

„Wir wollten mit dem Projekt erreichen, dass kein Patient unnötig Schmerzen ertragen muss“, so Ilona Schlachter-Seimetz. Darüber hinaus sollten alle Pflegekräfte mit ins Boot geholt werden, alle sollten sich an dem Projekt beteiligen. Deshalb stand das Thema Schmerzmanagement in den Teamsitzungen jeder Station auf der Tagesordnung. „Zusätzlich haben wir Flyer verteilt und Plakate in beiden Häusern aufgehängt“, so Schlachter-Seimetz.

Natürlich wurden die Patienten auch bisher immer gefragt, ob sie Schmerzen haben, und sie erhielten Schmerzmedikamente. Im Rahmen des Projektes jedoch wurden einige Abläufe geändert und dadurch die Schmerzen der Patienten noch stärker in den Blick genommen. Die Pflegekräfte sprachen alle Patienten – auch die, deren Akuterkrankung in der Regel schmerzfrei verläuft, wie zum Beispiel eine Herzinsuffizienz – mehrmals täglich gezielt auf ihre Schmerzen an und halfen ihnen Worte dafür zu finden, was für einen Schmerz sie spüren. Die Art und die Stärke der Schmerzen, die die Patienten mit Hilfe der Schmerzskala bestimmten, dokumentierten sie regelmäßig wie die Vitalzeichen Blutdruck, Puls und Körpertemperatur. Erhielt ein Patient ein Schmerzmittel, dann wurde er genau darüber informiert, welches Medikament er warum bekommt und die Pflegekraft erkundigte sich einige Zeit später, ob eine Linderung eingetreten war. Zudem boten die Pflegekräfte den Patienten weitere schmerzlindernde Maßnahmen an, wie zum Beispiel Kühlkissen, Wärmeflasche, Kirschkernkissen und Einreibungen. Und vor allem bei operierten Patienten bewirken Umlagern oder Mobilisation oftmals eine Schmerzlinderung. Die Patienten reagierten sehr positiv darauf. Sie fühlten sich wertgeschätzt und hatten weniger Schmerzen, so die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft.

Ganz besondere Aufmerksamkeit benötigen dementiell erkrankte Patienten. Häufig können sie sich nicht mehr präzise äußern und ihre Schmerzen beschreiben. Bei ihnen nehmen die Pflegekräfte eine Fremdeinschätzung vor. Dafür brauchen sie eine gute Beobachtungsgabe und die Bereitschaft, richtig hinzuschauen. Oftmals ist es nur eine zunehmende Unruhe, ein erhöhter Puls oder Veränderungen in der Mimik, die darauf schließen lassen, dass der Patient unter Schmerzen leidet. Umso wichtiger sei es, auf diese stetig wachsende Patientengruppe besonders zu achten, so die stellvertretende Pflegedirektorin.

Das Projekt habe großen Anklang gefunden, so Ilona Schlachter-Seimetz und die Mitglieder der Arbeitsgruppe unisono. Von den Patienten wie von ihren Kolleginnen und Kollegen hätten sie gute Rückmeldungen erhalten. Sie sind sich sicher: Das Thema Schmerzlinderung wird auch langfristig einen hohen Stellenwert in der Pflege behalten, denn die Pflegekräfte haben  viele der Änderungen in ihre alltägliche Arbeit übernommen. Für das nächste Jahr plant Ilona Schlachter-Seimetz drei weitere Pflegeprojekte. Dabei soll es beispielsweise im Frühjahr um Aromapflege gehen und im Frühsommer um das Thema Wundmanagement. Und auch bei diesen Projekten will sie wieder alle Mitarbeiter ins Boot holen, um so die Qualität der Pflege stetig zu verbessern.

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